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von Gunther Schnabl

 

Als nach 2001 die großen Zentralbanken mit starken Zinssenkungen auf das Platzen der Dotcom-Blase reagierten, löste dies gigantische Kapitalströme nach China aus, wo die Produktionskapazitäten stark ausgeweitet wurden. Davon profitierte auch die deutsche Industrie. Zudem flossen ab 2003 in Folge der Zinssenkungen der EZB viele billige Kredite von Deutschland nach Südeuropa und in andere Länder, wo sie die Nachfrage nach deutschen Exportgütern wie Autos anheizten. Als mit der globalen Finanzkrise im Jahr 2008 die Absätze einbrachen, sprangen die Zentralbanken wieder mit starken Zinssenkungen ein. Niedrige Finanzierungskosten halfen den Unternehmen, mit günstigen Preisen den Absatz hochzuhalten.

 

Die EZB erwarb Unternehmensanleihen und machte die billigen Kredite an die Banken davon abhängig, dass sie diese an die Unternehmen weitergaben. Es florierte der globale Markt für Unternehmensanleihen, auch für Unternehmen mit geringer Bonität. Insbesondere in den USA und China wuchs seit 2008 die Verschuldung der Unternehmen rasant. So konnten Kapazitäten sogar noch ausgebaut werden. Beispielsweise wuchs die Weltautoproduktion von 56 Millionen (2001) auf 97 Millionen (2018) Stück.

 

Indem immer niedrigere Zinsen den Konsum anheizten, halfen die Zentralbanken, auch die Überkapazitäten auszulasten. Sie drückten die Einlagezinsen gegen null, sodass sparen bestraft und konsumieren belohnt wird. Das billige Geld trieb die Aktien- und Immobilienpreise steil nach oben, was für viele die Vermögensbildung erschwerte.

 

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