Konjunktur, Online-Artikel, Prof. Dr. Thorsten Polleit

Von den Lockdown-Maßnahmen sind auch die Scheide- und Prägeanstalten betroffen. Dadurch wächst die Sorge, dass physisches Gold knapp werden könnte.

Die Folgen des weltweiten „Lockdown“ – die politische Reaktion auf die Ausbreitung des Coronavirus COIVD-19 – haben die Edelmetallmärkte erreicht. Produktion und Logistik von Gold, Silber, Platin und Palladium sind vom Lockdown stark betroffen. Beispielsweise haben die Scheideanstalten in der Schweiz ihre Arbeit eingestellt, und auch die Prägeanstalten in den USA, Kanada und Australien sind geschlossen, der grenzüberschreitende Handel von Münzen und Barren ist stark eingeschränkt.

Das bekommen auch die großen Gold-Handelsplätze heftig zu spüren. London etwa – der nach wie vor bedeutendste Markt für Gold-Bullion in Form des sogenannten OTC-Handels. Auch New York und Shanghai sind betroffen. Sie repräsentieren die weltweit größten Papiergoldmärkte, also die Märkte, auf denen Gold-Futures- beziehungsweise Gold-Derivative in großem Stil gekauft und verkauft werden. Allen voran machte die New York Commodity Future Exchange, oder auch COMEX genannt, jüngst von sich Reden. Sie ist der bedeutendste Papiergoldmarkt der Welt, mit Abstand gefolgt von der SHFE, der Shanghai Futures Exchange.

Wird das Gold knapp?

An der COMEX geht die Sorge vor Knappheit des physisch verfügbaren Goldes um, und das hat in den Gold-Futures-Märkten bereits zu starken Spannungen, zu Anomalien geführt. Am 24. März 2020 stieg beispielsweise die Differenz zwischen den Gold-Futurepreisen und dem Kassa-Papiergoldpreis (man spricht auch vom Buchgoldpreis) stark an. Der Anstieg dieser Preisdifferenz – der sogenannten „Basis“ – erreichte zeitweise mehr als 50 USD/oz – ein ganz außergewöhnlicher Vorgang.

Zur Person

Dr. Thorsten Polleit ist Chefvolkswirt der Degussa und Honorarprofessor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth.

 

 

Lesen Sie bei FOCUS Online den kompletten Beitrag.

Kommentar verfassen