Beiträge, Corona-Pandemie, Dr. Pablo Andrés Duarte Cárdenas, Forschungsplattform Nullzinspolitik, Konjunktur

Pablo Duarte vergleicht den ersten mit dem zweiten Lockdown. Laut seiner Analyse könnte Deutschland mit einer Stagnation des realen BIP rechnen. Der Einfluss auf die Finanzmärkte sei ungewiss, da diese von der Erwartung neuer Liquiditätsfluten der Zentralbanken profitieren.


 

von nullzinspolitik.de

Die Forschungsplattform Nullzinspolitik und Wirtschaftliche Ordnung verbindet Wissenschaftler, die sich im Geiste der Arbeiten von Friedrich August von Hayek mit den Folgen fortschreitender monetärer Lockerung und wachsender Staatsverschuldung auf die wirtschaftliche Entwicklung und wirtschaftliche Ordnung in den Industrieländern und aufstrebenden Volkswirtschaften befassen. Ziel ist es, im Dialog untereinander und mit der interessierten Öffentlichkeit langfristige Lösungskonzepte für die derzeitige Krise zu erarbeiten.

Ein Kommentar für “Lockdown 1 vs Lockdown 2: Was kommt auf die Realwirtschaft zu?”

  1. Konstantin

    Die erste und die zweite Welle sind sehr verschieden. Die Maßnahmen gegen die erste Welle waren akut, ich möchte sagen, eine Notwendigkeit. Man hatte die starken Bilder aus China, erschreckende Zahlen und das Bewusstsein, dass man etwas tun müsse. Kurz: Die verfügbaren Informationen deuteten auf ein eindeutiges Bild. Es bestand aber gleichzeitig Hoffnung auf Besserung und ein kommendes Ende der Maßnahmen, denn wissenschaftliche Studien haben damals gezeigt, dass C-Viren sich unter Hitze weniger opportun verhalten. Auch haben (mittlerweile anerkannte) Hinweise auf schwere Verläufe, hervorgerufen diverse Variablen, gezeigt, dass es mehrere Strategien zur Lösung mit der Krise geben könnte. Damit wurden Offenheit und eine krisenfeste Demokratie vorbildlich präsentiert.

    Die zweite Welle ist anders. Es wurde Hoffnung gemacht, dass die Bevölkerung immunisiert werden soll. Das war ein politischer Monotheismus. Wie bekannt, sind die Maßnahmen dramatisch fehlgeschlagen ohne das eine Schuld bei Verantwortlichen gesucht wird. Nein, die EU hat sich sogar plakativ gegen ausländische Anbieter gestemmt und die Krise dadurch weiter vorangetrieben.

    Ich darf daran erinnern: Absperrung gegenüber Innovation und Wettbewerb ist ineffizient (Quelle: Prof. Karl Paqué, bei dem ich International Trade bestanden habe 🙂 oder Prof. Hermann Kühnle, ebenfalls OvGU Magdeburg). Aber ausgerechnet die EU hat sich nicht an ihre eigenen Maßgaben und Lehren gehalten. Die EU steht für mich für Offenheit, Freiheit und Freihandel – aber sie hat während der Krise nicht viel für diese Werte getan.

    Nun wird eine Salamitaktik gefahren und es wird über Maßnahmen bis Juni gesprochen (z.B. Hr. Söder). Die Kommunikation der Regierung und der Verantwortlichen hat das Potential eine wirtschaftliche Depression auszulösen, denn für den Laien, ist das Ende seines Sparens ungewiss. Das Sparen wird sich schlimmstenfalls Fortpflanzen bis andere Wirtschaftszweige weiter betroffen sind. Eine Stagnation (s.o.) ist ein durchaus reales Szenario, evtl. sogar ein etwas zu optimistisches.

    Wenn nun Mutationen hinzukommen, wird das schwankende Kommunikationsmuster der Verantwortlichen die Situation nur verschlimmern. Aber es sind (vereinzelt) Besserungen zu sehen.

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