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von Frank Schäffler, MdB

 

Es ist wahrscheinlich eine Generationsfrage, ob man „f**** euch alle“ als besonderen Ausdruck der Mündigkeit ansieht. Ulf Poschardt tut das. Auch wenn er selbst, wie der Verfasser dieser Zeilen, zu alt ist, um zur Hipster-Generation zu gehören, fühlt er sich dennoch diesem Milieu verbunden. Das merkt man vielen Stellen seines neuen Buches „Mündig“ an. Das Buch ist gerade sechs Wochen alt und in der aktuellen Corona-Krise eine wichtige Ermutigung. Denn ohne Mündigkeit kann es keine freie Gesellschaft geben. Und die braucht gerade jede Unterstützung!

 

Poschardt ist ein brillanter Formulierer, der mit Worten gekonnt spielt und seine philosophische Ausbildung nicht verleugnet. Er gilt als einer der letzten liberalen Denker im überwiegend linken Mainstream-Journalismus. Doch er will sich nicht in ein liberales Dogmenkorsett zwängen lassen. Daher scheut er sich auch nicht, Adorno zusammen mit Ayn Rand in einem Atemzug als „wichtige Denker des Mündigen“ zu bezeichnen. Mehr geht nicht!

 

Adorno zieht sich ohnehin wie ein roter Faden durch das Buch. Einer der prominentesten Köpfe bei Axel Springer hält ihn für einen „der größten Intellektuellen des 20. Jahrhunderts“. Er verteidigt Adorno auch gegen die Vereinnahmung durch die APO der 68er. Adorno habe zumindest in seiner späten Phase bei der APO die gleiche kollektivistische Ideologie verortet, die diese ihrer Elterngeneration so vehement zum Vorwurf gemacht hat:  „Menschen, die blind in Kollektive sich einordnen, machen sich selbst schon zu etwas mit Material, löschen sich als selbstbestimmtes Wesen aus.“ Er glaubt, dass Adorno eigentlich ein Kantianer war, wenn er ihn zitiert mit den Worten: „Soll dabei nicht Unvernunft resultieren, so sind die Fähigkeit und Mut jedes einzelnen, sich seines Verstandes zu bedienen, vorausgesetzt.“ Für Adorno sei Mündigkeit Freiheit vermittels der eigenen Vernunft.

 

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