Dr. Michael von Prollius, Ludwig von Mises Institut, Wirtschaftspolitik

Der Begriff „Bifurkation“ bezeichnet eine qualitative Änderung eines Systems unter dem Einfluss eines Parameters. Im Volksmund entspricht dem in etwa die Redensart „Das Faß zum überlaufen bringen“. Ludwig von Mises (1881 – 1973) stellte in seinen „Untersuchungen zur Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsideologie der Gegenwart“, die 1929 unter dem Titel „Kritik des Interventionismus“ erschien, eingangs zwei gleichermaßen zeitlose wie aktuelle Fragen (S. 3):

„Welche Wirkungen haben obrigkeitliche und andere Machteingriffe in einer auf dem Sondereigentum an den Produktionsmitteln aufgebauten Gesellschaftsordnung?“ 

„Können derartige Eingriffe den Erfolg erzielen, den sie anstreben?“

Nach der Lektüre eines gerade erschienen Buches kommt man zu dem Schluss, dass die jahrzehntelangen obrigkeitlichen Eingriffe in Wirtschaft und Gesellschaft Deutschland zu einem Bifurkationspunkt geführt haben könnten. Die Eingriffe haben demnach nicht den angestrebten Erfolg, selbst wenn es zwischenzeitlich so schien. Das Buch stammt von Alexander Horn und trägt den Titel „Die Zombiewirtschaft. Warum die Politik Innovation behindert und die Unternehmen in Deutschland zu Wohlstandsbremsen geworden sind“. Während der Lektüre drängt sich der Eindruck auf, dass die permanente Stabilisierungspolitik zu einer Sklerose der Wirtschaft geführt hat – der Interventionismus zu einer Zombiewirtschaft, allerdings anders als Mises zu seiner Zeit postulierte nicht zum Sozialismus mit seiner Aufhebung des Privateigentums und der Steuerung von Güterproduktion und -verteilung.

 

Ein Auszug aus einem Beitrag von Dr. Michael von Prollius für das Ludwig von Mises Institut Deutschland:

https://www.misesde.org/2020/06/stabilisierungssklerose-vom-interventionismus-zur-zombiewirtschaft/

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